Navigation, Bordcomputer, Abstandswarner - fast jedes Auto ist mit Hightech ausgerüstet. Nun sollen unsere elektronischen Helfer aber auch noch ein Gesicht bekommen.
Zu diesem Zweck arbeitet das Electronic Research Lab (ERL) des VW-Konzerns in Zusammenarbeit mit dem renommierten Massachusetts Institute Of Technology (MIT) an Aida - dem Affective Intelligent Driving Agent. Der Beifahrer der Zukunft ist ein Roboter, kennt dank GPS den Weg zur Lieblingskneipe seines Besitzers, weiß, an welchem Tag er ins Fitness-Studio geht, welche Musik er gerne hört und kann sogar auf die momentane Stimmung seines Fahrers eingehen. Außerdem ist Aida mit der Umgebung vernetzt, kennt freie Parkplätze, prüft, ob genügend Benzin für die geplante Route im Tank ist und der Luftdruck in den Reifen stimmt. Auch die aktuellen Verkehrsbehinderungen hat sie selbstverständlich im Blick. Irgendwann wird es dann Dank Sensoren auch möglich sein, sich nach einem feuchtfröhlichen Kneipenabend von seinem Roboter nach Hause fahren zu lassen.
Die Autofahrt der Zukunft könnte dann so aussehen:
Peter steigt in sein Auto, läßt sich mißmutig in den Sitz plumpsen und seufzt tief. Das Armaturenbrett öffnet sich, Aida kommt hervor. Sie blinzelt ihn mit ihren blauen LED-Augen an, scannt sein Gesicht und ermittelt seine Gefühlslage. Dann sagt sie sanft: “Hallo Peter! Ich merke schon, du bist ziemlich gestreßt. Aber mach dir keine Sorgen, wir werden es noch pünktlich schaffen. Ich leg dir jetzt erstmal deine neue Lieblings-CD ein. Und dann lehn dich einfach zurück, ich fahre dich ins Büro! Die Innenstadt ist heute wegen einer Demonstration gesperrt, deshalb nehme ich eine andere Route.”
Auch BMW entwickelt eine vorausschauende Navigation, die Wünsche des Fahrers vorhersieht, allerdings nicht in Form eines Roboters. Nissan arbeitet an einer Art Tamagotchi, das die Gemütslage des Fahrers ermittelt, zu Pausen mahnt und die Fahrgäste mit Witzen unterhält.
Das ist aber noch nicht alles: Ein mit Sensoren bestückter VW Touareg schaffte es bereits 2005 mehr als 200 Kilometer durch die Mojave-Wüste. Und ein ebenfalls zum Automatenauto umgebauter VW Passat rollte 2007, freilich im Schneckentempo, durch den simulierten Verkehr einer US-Vorstadt.
Audi plant sogar, nächsten Sommer mit einem umgerüsteten TT komplett unbemannt beim berüchtigten Bergrennen Pikes Peak International Hill Climb (PPIHC) im US-Staat Colorado an den Start gehen. Dass der Roboter-Audi das Rennen gewinnt, ist zwar unwahrscheinlich - aber allein schon die Bewältigung der 20 Kilometer langen Rennstrecke mit ihren insgesamt 156 Kurven bis zum Gipfel des Viertausenders wäre ein Riesenerfolg für die Entwickler.
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