Für TomTom, Garmin und Nokia brechen schwere Zeiten an - denn die Zukunft heißt Smartphone. Ausgestattet mit nur einem handlichen Allround-Gerät, werden wir nicht nur telefonieren, fotografieren, im Internet surfen, Musik hören und Zeitung lesen, sondern auch fernsehen, zahlen und eben auch navigieren. Wer das nicht früh genug erkannt hat, wird im brutalen Überlebenskampf der Navigations-Branche jämmerlich untergehen.
iPhone-app-Anbieter Skobbler setzt auf diesen neuen Trend und hat gleich den Ärger der Navi-Giganten auf sich gezogen (siehe auch >>> Skandal um Skobbler iPhone-app) - die wirkliche Gefahr kommt aber gar nicht aus den eigenen Reihen: die neue Weltmacht Google hat mal wieder zugeschlagen!
Mit einer werbefinanzierten Handy-Software und Google Maps will der Web-Gigant teure Routenfinder überflüssig machen. Zusätzlich zur üblichen Routenplanung (gesprochen und auf dem Bildschirm) soll die Google Maps Navigation sich auch per Sprachkommando steuern lassen. Weitere Specials sind Streetview mit 3-D-Effekt oder sogar mit echten Fotos und ähnlich wie beim Ö-Navi des Branchenbuch-Anbieters “Das Örtliche” tausende von Branchenbucheinträgen und POIs.
Das Ö-Navi ist bereits kostenlos als app in Deutschland erhältlich und kombiniert die Vorzüge eines Navigationssystems mit denen eines Branchenbuchs - zusätzlich kann man sogar alle eingetragenen Dienstleister kostenlos anrufen. Genau wie bei Skobbler kann es aber bei der Mobilfunkrechnung eine böse Überraschung geben. Finanziert wird der Service durch Werbeeinblendungen - auch nicht jedermanns Sache.
Die Google Maps Navigation wird gerade in den USA auf dem Motorola Droid getestet - dem ersten Mobiltelefon, auf dem die neue Version des Google-Betriebssystems läuft. Erst später werden weitere Smartphones wie das iPhone hinzukommen - und dann wahrscheinlich auch sehr günstige Navigeräte, deren Hersteller sich dank Google Maps die Entwicklung einer eigenen Software und die Lizenz für teure Karten sparen können.
Eine weitere Neuerung kündigte das österreichische Start-up Mobilizy GmbH an, nämlich eine Navigationsversion seiner Augmented-Reality-Software Wikitude. Über das von der Handy-Kamera erfasste Bild soll in Echtzeit die Navigation gelegt werden.
Sind die Navigations-Riesen also vom Aussterben bedroht? - Noch nicht. Denn wirklich greifen wird das Geschäft mit der Handy-Navigation erst, wenn die Gebühren für Internatflatrates flächendeckend gesenkt werden. Denn auch wenn die Software werbefinanziert und somit gratis ist, muss für die Internetverbindung des Mobiltelefons zum Laden der Karten bezahlt werden - und das kann, besonders im Ausland, sehr teuer werden. Außerdem sind die Mobilfunktnetze weltweit noch nicht gut genug ausgebaut, um überall eine gute Navigation zu gewährleisten. Ein großer Vorteil wird dann allerdings sein, dass die Karten immer topaktuell sein werden. Auch das ein Service, den sich die Navihersteller bisher gut bezahlen lassen.
Mehr Infos unter folgenden Links:
www.navigon.de
www.tomtom.com
www.skobbler.de
www.oenavi.de
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